Am heutigen Freitag haben wir wieder die Highlights der zurückliegenden Woche aufs Korn genommen. Tipps und Infos, kurz für Sie komprimiert!

Berlusconi und die Foto-Manipulation

Dass Pressefotos oft retuschiert sind – nichts Neues! Klar werden bei den Stars und Sternchen die Augenringe entfernt, der Mund praller gemacht, Pickelchen weggezaubert und so weiter! Aber was der italienische Staatsmann Silvio Berlusconi für den Bildband „Noi amiamo Silvio” (zu Deutsch: „Wir lieben Silvio“) geändert hat, hat nichts mit Beautyretusche zu tun, sondern kann man eher als Manipulation bezeichnen… Die BILD hat es aufgedeckt:

“Sein Problem: Auf dem Foto, aufgenommen bei einer Rede auf dem Domplatz von Mailand, waren ihm nicht genug jubelnde Menschen abgebildet.Kurzerhand ließ er einen Teil der Menge kopieren – und auf der anderen Seite des Fotos noch mal einfügen. Auch die Blumen in seiner Hand ließ er nachträglich einsetzen.”

(Wir haben uns erlaubt, zwei Schreibfehler im Zitat zu beseitigen.)

Special-Interest-Magazin für interaktive Videos

Diese Woche kam ein neues Magazin an den Kiosk. “Weave” heißt es, und um das Thema “interaktive Videos” geht es. Laut Werbung will “Weave” die Brücke schlagen zwischen Auftraggebern, Designern und Programmierern interaktiver Medien. Im Mittelpunkt des redaktionellen Schaffens stehen demnach auch anschauliche Berichte aus der Praxis und der Wissensaustausch zwischen den einzelnen Disziplinen. Schau’n wir mal. Ein Probeabo ist bestellt, aber bislang noch nicht eingetroffen…

Bild-Ideen

Stichwort Visuelle PR: Hier ist ja enorm viel Kreativität gefragt, und inspirierende Beispiele sind oft Mangelware. Diese Woche wurden wir aber einmal fündig: Wie man Pressemitteilungen zu den allseits beliebten Scheck-Übergaben einmal anders bebildern kann, hat Frank Schleicher im Blog von News Aktuell beleuchtet. Die verlinkten Beispiele haben uns auch gefallen!

Neue Schweden-Community

Das blau-gelbe Möbelhaus bastelt an einer neuen Community. Die Webseite findet sich unter www.ikea.de/hej. Die Mitglieder sollen sich dort untereinander austauschen können. Ein besonderes Tool ermöglicht es, sich in einem virtuellen Zuhause einzurichten und so verschiedene IKEA-Stile und Einrichtungskombinationen auszuprobieren. Als Nutzerprofil dient ein Film. Darin bewegt sich ein personalisierter Avatar in einem eigens gestalteten Wohnzimmer.

PR-Gau der Woche

Als PR-Gau werten Experten eine ganz andere Art der Community. Die GEZ hat als Image-Offensive (!) ein Forum für den konstruktiven Dialog zwischen Gebührenzahlern und der GEZ gelauncht.

Dieses findet zwar regen Gebrauch der Kommunity, aber – wer hätte das gedacht - konstruktiv ist der Dialog nicht. Welcher Dialog auch? Verfechter der Gebühren gibt es auf Seiten der Verbraucher vermutlich keine. Es regieren also “Hass, Hohn und Spott”, wie das Medienportal Meedia schreibt. Das Ganze von vornherein ein … äh… Schuss ins Knie. Hintergründe zum GEZ-Forum liefert Focus Online.

Soziale Netzwerke boomen. Anwendungen wie XING, Facebook, meinVZ und Co. verzeichnen in Deutschland weiter steigende Nutzerzahlen. Millionen von Bundesbürgern besuchen regelmäßig diese Communities.

Um neue Kontakte in den Communities zu knüpfen, ist der erste Eindruck Ihres Accounts mitentscheidend. Und das, was ein Besucher Ihres Accounts zuerst sieht, ist das Profil-Bild. Ihr Foto ist somit das Aushängeschild Ihres Accounts. Denn während andere Informationen für nicht bestätigte Kontakte versteckt werden können, bleibt das Bild für andere User immer sichtbar. Daher sollten Sie auf eine positive Ausstrahlung Ihres Fotos großen Wert legen. Ein tolles Bild führt zu mehr Klicks Ihres Profils und einer positiven Grundstimmung des Betrachters. Ein sympathisches Bild schafft Vertrauen und erleichtert so die Kontaktaufnahme.

Standardbild

Achten Sie bei Ihrem Profil-Bild auf einige Basics. Grundvoraussetzung ist, dass Sie überhaupt ein Bild hochladen. Profile ohne Fotos werden weniger oft angeschaut. Bei sehr häufig auftretenden Namen, wie beispielsweise Peter Müller, besteht ohne Bild zudem eine Verwechselungsgefahr. Ein Bild ist in Sozialen Netzwerken Pflicht!

Facebook-Profil

Das Foto sollte eine anständige Größe haben. Die Bilder der Profilseiten sind meistens nicht sehr groß, so dass man auf Ganzkörperaufnahmen unter Umständen schlecht zu erkennen ist. Wählen Sie lieber ein Portrait Ihres Gesichts bis zu den Schultern. Tools wie mypictr können dabei helfen, Ihr Bild auf das passende Format der jeweiligen Community zurecht zu schneiden.

Ein freundliches Lächeln wirkt offen und kommunikativ. Es lädt den Betrachter zum Besuch und Verweilen auf Ihrem Profil ein. Das Bild sollte gut ausgeleuchtet sein und Schlagschatten vermieden werden.

Achtung, der Stil des Fotos muss zum Charakter der Community passen. In Business-Netzwerken können zu legere Schnappschüsse zum Beispiel am Strand oder auf einer Party unangemessen wirken. Dagegen kommt ein gestriegeltes Bild im Anzug im StudiVZ sicher nicht gut an und lässt andere User daran zweifeln, ob Sie sich und andere richtig einschätzen können. Überlegen Sie sich vorher welchen Eindruck Sie vermitteln möchten bzw. welches Ziel Sie mit Ihrem Profil-Bild verfolgen. Egal, ob Ihre Geschäftspartner, Personaler oder Freunde, alle haben Zugriff auf Ihr Bild. Unter Umständen ist es sogar das Einzige, was sie von Ihrem Profil sehen.

In Business-Netzwerken sind durchaus professionelle Fotos angebracht. Lassen Sie sich von einem ausgebildeten Fotografen ablichten. Spielen Sie dabei mit Ihrer Selbstdarstellung. Stellen Sie sich mit den zu Ihnen bzw. Ihrem Unternehmen passenden Attributen dar. So verkörpern Sie Ihr Unternehmen und zeigen auf einen Blick Ihre Profession. Zum Beispiel kann sich ein Buchautor mit seinem neusten Werk präsentieren. Mitarbeiter aus dem produzierenden Gewerben lassen sich mit einem Produkt ablichten. Es geht aber auch abstrakter: Beschäftigte aus kreativen Berufen zeigen sich mit einer Glühlampe und verbildlichen so ihren Ideenreichtum.

Heide Liebmann hatte im Dezember eine Blogparade als Adventskalender veranstaltet. “Mehr Würze im Marketing” war das Motto, zu dem Gastautoren sich mit ihren Beiträgen beteiligen konnten.

Die Blogparade wurde von ihr jetzt in einem eBook zusammengefasst, welches man sich auf ihrer Webseite ab heute downloaden kann. Unser Beitrag unter der Überschrift “Raffiniert Serviert” ist natürlich auch enthalten! Wir legen das eBook allen ans Herz, die mehr Pfeffer in ihr Marketing geben wollen!

Das Web 2.0 ist auch bei den Web-Auftritten der Verlage auf dem Vormarsch: Nun hat der Verlag Werben&Verkaufen die Online-Ausgabe des Kontakters einem Relaunch unterzogen. Neben internationalen Nachrichten aus der Kommunikationsbranche wurden vor allem Web-2.0-Elemente neu integriert. Ab sofort bloggen die Redakteure zu Themen aus den Neuen Medien, Werbung, Print, Fernsehen und Radio. Die Leser  können diese Blogbeiträge kommentieren. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, sich die aktuelle Ausgabe des Magazins als E-Paper anzuschauen und Abonnenten können es sich auch herunterladen. Besitzer eines Smartphones können sich zudem die Kontakter iPhone-App downloaden und bereits samstags die Ausgabe der kommenden Woche auf ihrem Handy lesen.

Ein schönes Beispiel dafür, wie die Präsenz von Unternehmen im Web 2.0 zur Wahrnehmungssteigerung beiträgt, ist der heutige follow-a-museum-day auf Twitter. Unter followamuseum.com können die User unterschiedliche Museen aus zahlreichen Ländern auswählen und ihnen folgen. Außerdem können sie natürlich ihre Follower dazu auffordern, diesen Museen ebenfalls zu folgen. Initiator Jim Richardson hatte die Idee, als er gelesen hat, dass Bill Gates an seinem ersten Tag auf Twitter bereits über 200.000 Follower gewinnen konnte. Die meisten Museen erreichen dagegen nicht einmal 500. Mit dem follow-a-museum-day soll sich dies nun ändern. Museen, die also bereits über einen Twitter-Account verfügen, haben heute gute Chancen, ihre Bekanntheit weiter zu steigern und ihr Twitter-Netzwerk zu erweitern.

Ein guter Rat von PR-Experten: Sie sollten dies allerdings auch nutzen. Denn sich nur über viele Follower zu freuen, genügt nicht. Twitter bietet den Museen die Möglichkeit, direkt mit Interessenten in Kontakt zu treten und sie beispielsweise über Veranstaltungen zu informieren. Darüber hinaus lässt sich auch der Dialog zu aktuellen Ausstellungen entwickeln. Zudem können die Museen die Follower in die Planung künftiger Aktionen einbeziehen, etwa durch Umfragen. Nur so führt der Twitter-Account und der follow-a-museum-day auch zum gewünschten Erfolg, nämlich mehr Besucher in die Museen zu locken.

Hier eine Auswahl von Museen in Hessen, die bereits fleißig bei Twitter „mitzwitschern“:

Museum für Kommunikation, Frankfurt: http://twitter.com/mfk_frankfurt

Städel Museum, Frankfurt: http://twitter.com/staedelmuseum

SCHIRN KUNSTHALLE, Frankfurt: http://twitter.com/SCHIRN

Museum Wiesbaden: http://twitter.com/MuseumWiesbaden

Museum Weltkulturen, Frankfurt: http://twitter.com/weltkulturenffm

Deutsches Filmmuseum, Frankfurt: http://twitter.com/neuesfilmmuseum

Opelvillen, Rüsselsheim: http://twitter.com/opelvillen

Kasseler Kunstverein: http://twitter.com/ks_kunstverein

Wiesbadener Kunstverein: http://twitter.com/kunstverein

**Update (4. Februar 2010)**

Ein erstes Fazit zum follow-a-museum-day findet sich im Blog “Visitatio”. Demnach hat der 1. Februar deutschen Museen eine Followerzugewinn von 1.584 Followern beschert.

Den schneereichen Winter hat der Energieversorger Entega clever genutzt: Gemeinsam mit dem Künstler Ralf Schmerberg hatte das Unternehmen in Berlin zu einer Aktion aufgerufen. Diesem Ruf waren viele gefolgt: Insgesamt 750 Berliner bauten auf dem Schlossplatz Schneemänner, die zu einer Demo gegen den Klimawandel antraten.

Ziel der Guerilla-PR-Aktion war es laut Entega, zu Denkanströßen rund um den Klimaschutz anzuregen und zu signalisieren, dass man als Unternehmen Verantwortung trägt. Das Rahmenprogramm bot entsprechend Lesungen und Diskussionsrunden zum Thema – rund 2.500 Besucher kamen. Ein positiver Nebeneffekt war der virale Charakter der Aktion: Im Web kursieren zahlreiche Fotos und Videos von Privatleuten, die die Schneemann-Demo klasse fanden. Und extrem positiv: Entega war auch in den Social Networks aktiv, um die Aktion zu promoten, so zum Beispiel mit einem Aktions-Twitter-Account.

Wie die Schneemann-Demo auf dem Schlossplatz dann letztlich ausgesehen hat, verdeutlicht dieses Bild, das Entega zusammen mit seiner Pressemeldung im Nachgang der Aktion versendet hat:

(Bildquelle: Entega)

*Update*: Im eigenen Blog berichtet Entega über die Reaktionen auf die Schneemann-Demo.

Diese Woche gab es viel Neues aus der Welt der PR und vor allem in den Sozialen Netzwerken. Hier unser ganz subjektiver Wochenrückblick mit Links zu allen Themen:

Focus-Relaunch

Der Relaunch des Nachrichtenmagazins Focus fand viel Aufmerksamkeit. Interessant dabei ist, dass es diesmal um die Printausgabe eines Magazins geht, nachdem im vergangenen Jahr vor allem die Nachrichtenportale umgemodelt wurden. Neu beim Focus ist nun also eine frischere Optik sowie einige neue Rubriken, wie etwa “Dechiffriert” (lesenswert in der aktuellen Ausgabe: Ein Statement von Außenminister Guido Westerwelle – und was man aus den Aussagen so lesen kann). Es lässt sich beobachten, dass der Focus sich von der früheren Prämisse “Fakten, Fakten, Fakten” verabschiedet hat. Infografiken und -kästen sind weniger geworden, dafür werden mehr Hintergründe zu den Fakten angeboten. Eine Entscheidung, die dem Internet-Trend der boomenden Nachrichtenportale geschuldet ist: Hier ist das Medium Internet einfach schneller. Und Print muss sich abheben. Auf Meedia kann man einige Pressestimmen zum neuen Focus nachlesen.

Lokaljournalismus versus Blogs

Der Journalist Detlev Breichtel stellt in seinem Blog Beobachtungen an, wie die Zukunft des Lokaljournalistmus aussehen kann.

Twitter-Page-Contest

Wer seinen Twitter-Account mit einem individuellen, selbst designten Background-Bild gestaltet hat, kann noch bis 5. Februar 2010 bei einem Wettbewerb der Webpage “Farbwolke” mitmachen. Zu gewinnen gibt es zwar bereits Ruhm und Ehre, wenn Sie es in die Top Ten schaffen. Darüber hinaus ist aber auch noch ein Preis angekündigt… Einfach mal vorbeisurfen bei http://farbwolke.de/twitter-page-contest-2010

10 nützliche Twitter-Statistiken

Was ist dran am Mega-Kommunikationstrend Twitter? Interessante Erkenntnisse liefern die Twitter-Statistiken auf der Seite www.handelskraft.de . Hier erfahren Sie unter anderem, dass Dienstags der begehrteste Twitter-Tag ist und welche Followerzahl man erreichen muss, damit andere einem gerne folgen :-)

Qualitäts-Offensive bei der dpa

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) hat einen neuen Chef,  Wolfgang Büchner. Dieser geht jetzt in die Qualitäts-Offensive. Aufgrund einer einer erneuten Falschmeldung der Nachrichtenagentur hat er nun Recherche-Regeln für die Redakteure aufgestellt. Richtigkeit geht demnach nun vor Schnelligkeit. Ein besonderes Check-Verfahren soll Falschmeldungen entlarven und die Nachrichten mit zusätzlichen Informationen anreichern.

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