Zum Thema Social Media berichtet heute Frauke Ehlers vom Netzwerk BücherFrauen e.V. von ihren Erfahrungen. Die BücherFrauen feiern in diesem Jahr ihr 20 jähriges Bestehen. Es ist ein Netzwerk für und von Frauen, die rund ums Buch arbeiten. Zwar verändert sich momentan der Begriff des Buches aufgrund der Digitalisierung, aber die BücherFrauen sind überzeugt davon, das gerade in solchen Umbruchs-Zeiten Netzwerke immer wichtiger werden. Sie lernen gerade, die 20 Jahre Netzwerk-Erfahrung im Rücken sehr zu schätzen und damit auch verstärkt in die Öffentlichkeit zu gehen. Frauke Ehlers hatte im Netzwerk bereits verschiedene Funktionen inne, unter anderem war sie Städtesprecherin von Stuttgart, Finanzfrau für den Überregionalen Vorstand, Organisatorin eines Mentoringprogramms in Stuttgart und des 1. Überregionalen Mentoring Kongresses. Inzwischen betreut sie die Online-Foren der BücherFrauen, wie Twitter und die XING-Gruppe.
Wie nutzen Sie für die BücherFrauen die sozialen Netzwerke? Und welche Kanäle spielen dabei eine Rolle?
Seit einem knappen Jahr sind wir auf Twitter aktiv, seit Juni 2009 gibt es eine BücherFrauen-Gruppe auf XING. Das Branchenumfeld fokussiert sich gerade sehr auf Facebook, wobei ich persönlich hier noch keine Relevanz für uns sehe.
Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?
Twitter habe ich als sehr öffnendes Kommunikationsmittel kennengelernt. Als wir letztes Jahr in den Vorbereitungen für unseren ersten großen Kongress steckten, war es für uns sehr wichtig, Öffentlichkeitsarbeit in der Branche zu machen. Twitter fing gerade an, von der Buchbranche entdeckt zu werden. Und so richteten wir zunächst einen Account für die BücherFrauen in Hinsicht auf den Kongress ein, den ich betreut habe. Ich habe ihn inhaltlich zunächst als Countdown hin zum Kongresstermin und mit Geschehnissen drum herum konzipiert. Es ergab sich dann sehr schnell eine spannende Kommunikation mit anderen TwitterInnen und so wäre es dumm gewesen, den Twitter-Aaccount nicht allgemein für die BücherFrauen weiterzuführen.

Frauke Ehlers
Gibt es außerhalb der sozialen Netzwerke Marketing-Aktivitäten des Vereins, und wie ergänzen sich die Aktionen?
Uns gibt es vor allem offline. Wir sind in 17 Städtegruppen bundesweit vertreten und die Städte machen spannendes Programm. Seit drei Jahren wählen wir ein Jahresthema, zu dem dann jede Städtegruppe mindestens einen Themenabend gestaltet. Das soll uns auch überregional wiedererkennbar machen. Das Thema 2010 ist „MehrWert. Frauen in der Buchbranche“. Wir sind auf den Buchmessen in Leipzig und in Frankfurt mit einem Informationsstand und mit einer Veranstaltung vertreten und wir küren auf der Messe in Frankfurt die BücherFrau des Jahres.
Wie hoch ist der zeitliche Aufwand für Sie, die Social-Media-Kanäle zu bedienen?
Na, ich schätze, alles zusammengenommen, eine Stunde pro Tag. Wobei dabei den BücherFrauen zugute kommt, dass ich täglich von Stuttgart nach Mannheim und zurück pendele und da gibt es Transferzeiten, bei denen ich sehr gut twittern kann. Zudem macht mir diese Kommunikationsform Spaß.
Wie sehen Sie die Relation von Zeitaufwand und Nutzen?
Ich glaube, dass die Relation sehr gut ist. Da sich gerade viele Kommunikationsmenschen auch der Buchbranche mit Twitter beschäftigen, treffen wir hier auf unsere Zielgruppe. Neben den Frauen in der Buchbranche auch auf Buchmenschen, die wir so auf unsere gute Arbeit aufmerksam machen können. Diese umfasst neben der bereits genannten Programmen der Städtegruppen zum Beispiel ein mittlerweile elfjähriges, kontinuierliches Mentoring-Programm, die BücherFrauen Akademie sowie momentan die Vorbereitung einer Studie, die die Unterschiede der Arbeitssituation für Frauen und Männer in der Buchbranche auf der Basis von über 1.300 beantworteten Fragebögen untersucht. Erste Ergebnisse dazu gab es vor Kurzem auf der Leipziger Messe, und sie sind auch auf Twitter kommuniziert worden. Und wir können gespannt sein auf die Frankfurter Messe, wenn die Studie in Gänze veröffentlicht wird. Die Moderatorin meinte dazu: „Das wird ein heißer Herbst!”
Welche Zielgruppen erreichen Sie über die Social Networks?
Twitter habe ich bereits beschrieben. Auf XING geht es weniger dynamisch zu. Aber ich bin mir sicher, hier die Jüngeren abholen zu können, für die die virtuelle Vernetzung womöglich vor der persönlichen Vernetzung steht. Mit unserer Präsenz hier wollen wir BücherFrauen gerade auch für die Jungen ansprechbar sein.
Wie messen Sie Erfolge?
Ich messe sie nicht mit Kennzahlen oder Monitoring Devices. Ich weiß aber, dass ich in einem Jahr fast 600 Follower gewonnen habe. Und es gab Presseberichte, die über die Twitter-Aktivitäten zustande gekommen sind. Ich lerne für mich und die BücherFrauen Menschen kennen, die ich/wir sonst nicht kennengelernt hätten. Und natürlich werbe ich dann für die BücherFrauen. Das virtuelle Kennenlernen zieht ja mittlerweile früher oder später das Persönliche nach sich.
Gibt es Benefits für Sie, die sich konkret durch Social Media ergeben?
Ja – die Wahrnehmung branchenrelevanter Themen wird gesteigert. Welche Themen sind wo virulent? Das bekommt frau über Twitter schnell mit. Und da gibt es in der Branchenkommunikation durchaus welche, bei denen sich die BücherFrauen einmischen können und müssen.
Was planen Sie neues?
Eine neue Website ist in Planung. Wenn die steht, wird das natürlich über Twitter und XING kommuniziert.
Lohnt es sich aus Ihrer Sicht, Social-Media-Kanäle im B2B einzusetzen?
Ja.
Welche Tipps würden Sie Einsteigern geben?
Ich möchte jedem kommunikationsfreudigen Menschen raten, die neuen Kommunikationsformen auszuprobieren. Es kann werden wie früher in der Kneipe oder in der Raucherecke: Menschen auf gleicher Wellenlänge lernen sich irgendwann kennen. Und das ist ja oft der Beginn davon, etwas gemeinsam zu bewegen.
Frau Ehlers, vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen mit unseren Lesern teilen und viel Erfolg bei Ihren weiteren Social-Media-Aktivitäten.
Frühere Beiträge unserer Social-Media-Interview-Reihe:
Meike Leopold von Cirquent: “Alle Aktivitäten im Social Web zahlen auf unsere Marke ein”
Susanne Martin von Schiller Buchhandlung: “Mein virtuelles Tun hat konkrete Auswirkungen in der realen Welt”
Martina Bloch von der Agentur für Unternehmenskontakte: ”Social Media lohnen sich monetär und emotional”
Mario Carla, Social-Media-Blogger und Trainer: “Social Media sind wie ein Dschungel”




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